05/ 2007

Reportage über Raphael Majnik/ benra,

Kreativität auf dem Weg nach oben

Von Steven Heidkamp
Medienakademie Berlin

"Allen Moden gemeinsam ist die Tatsache, dass ihre ersten und ihre letzten Vertreter komisch sind." Kein Zitat beschreibt den Self-Made Unternehmer Raphael Majnik, Mitgründer des Mode-Labels benra europe, besser als es dieses von Sigmund Graff tut. Trifft, bzw. erlebt man ihn das erste Mal, hat man das Gefühl als stünde man vor der Kreuzung eines seriösen Börsenmaklers mit einem völlig verrückten Gangster-Rapper.

Der gebürtige Warschauer ist bei seinen Bekannten und Geschäftspartnern für seinen extravaganten Kleidungsstil und seine spontane Art bekannt und beliebt. "Raphael ist immer für eine völlig unerwartete Idee gut, wie z.B. die Entwicklung des benra Hauptlogos zeigt", sagt der Chef des Textilunternehmens, bei dem Raphael seine Kreationen veredelt. Dieses Logo entstand nämlich beim Rumkritzeln auf einer Modezeitschrift, während eines Telefongesprächs mit seinem Geschäftspartner Benjamin Pose.

Aus solch spontanen Aktionen entstehen bei ihm meist die Einfälle neuer Designs für Kopfbekleidungen, Accessoires und Outfits für Männer und Frauen. Sowohl Sprüche wie "Kleider machen Leute und Benra kleidet die Leute", "Don't look at my muscle, peep the hustle" ( "schau nicht auf meine Muskeln, zieh Dir rein wie ich nach Erfolg dränge") als auch "Highend Luxusshit" ("Hochkarätige Luxusklasse") sind charakteristisch für die von ihm entwickelten Shirt Motive. Die Vielfalt verschiedener Looks, wie z.B. der des klassischen Bänkers und der des unbeschwerten Skaters, zeichnen seine Firma und ihn aus. Diese Kreationen machen sich jedoch nicht von selbst, denn dafür muss er zu seinem Schneider in die belebte Kreuzberger Oranienstraße, wo er auch die ausgefallene Veredelungstechnik der neuen Kollektion entwirft. Hier diskutiert er über die Art und Farbe der Stoffe mit Designern und seinen Geschäftspartnern. Der Laden besticht durch seine Vielfalt und Menge an Textilien und bietet daher für benra moderne Produktionsmöglichkeiten für Muster und Kleinserien.

Aber nicht nur die Mode ist seine Leidenschaft. Auch in die Musik bringt er sich mit seiner Firma ein. So ist er gerade dabei in einem kleinen, dunklen Tonstudio in Steglitz die Songzusammenstellung des neuen Mixalbums „PrimeTime“ fertig zu stellen, auf dem verschiedene deutschsprachige Hip-Hop Künstler vertreten sind. Für dieses Projekt muss er auch in seinem Grafikbüro in Neukölln die visuelle Gestaltung besprechen. Dazu gehören sowohl die Auswahl der richtigen Bilder für Cover und Plakate als auch die der Grafiken für den Internetauftritt. Bei diesen sehr langwierigen Meetings, wo viel Kaffee und Tee getrunken wird, sind es oft die Kleinigkeiten, die ihm auf die Nerven gehen. Doch selbst diese Dinge müssen entschieden werden, auch wenn man es nicht jedem Recht machen kann. "Sein Ideenreichtum kennt fast keine Grenzen", sagt sein Teilhaber, "demnach ist es schwierig zu sagen, was er als nächstes mit Benra vorhat!" Eines seiner nächsten Ziele ist es auch im Freizeitbereich, wie z.B. dem Winter-, Golf- und Wassersport Fuß zu fassen. Ruhiger angehen lassen möchte er es aber in der Zukunft nicht, denn er hat einen großen Traum: "Ich möchte mit meiner Kreativität benra europe nach oben führen!"